Der Genfer kam beim Servette FC im Viertelfinale des Schweizer Cups 2021 überraschend zu einem Startelfeinsatz. Zwei Jahre später trifft er mit dem Meyrin FC auf die Grenats - diesmal als Gegner.
Am Samstag findet im Stade de Genève ein Kantonsderby statt. Der Meyrin FC trifft in der ersten Runde des Schweizer Cups 2023-24 auf Servette. Ein besonderes Spiel für viele Meyrin-Akteure, die beim Servette FC gespielt haben. Unter ihnen ist auch der 22-jährige Oscar Wieland, der im Schweizer Cup 2020-21 für die Grenats gespielt hat.
Ein überraschendes Aufgebot
Wir blicken zurück auf den April 2021. Oscar Wieland ist gerade 20 Jahre alt geworden und spielt für die U21-Mannschaft des SFC. Die erste Mannschaft bereitet sich darauf vor, im Viertelfinale des Schweizer Cups gegen den SC Kriens anzutreten. "Am Tag vor dem Spiel trainierte ich wie üblich mit der U21", erzählt der Wieland. "Am Abend rief Teammanager Lionel Pizzinat einige Spieler der U21 an, damit sich diese bereit hielten, falls es ein Problem geben sollte Es war schliesslich Covid-Zeit", fährt der heutige Meyrinois fort. Der Beginn einer völlig verrückten Situation für den jungen Linksaussen. "Am Anfang sollten wir nur kommen, um den Covid-Test zu machen und um im Fall der Fälle dabei zu sein", erklärt der Genfer. "Nach einer Stunde sagte man uns, dass einige Spieler der ersten Mannschaft positiv auf Covid getestet worden sind. Zudem gab es verletzungsbedingte Ausfälle."
Und dann hiess es: "Oscar, du kommst mit uns"
Eine Überraschung für den jungen Spieler, der kurzfristig Gaël Clichy ersetzen musste. Doch damit war die Geschichte noch nicht zu Ende. "Auf dem Weg nach Kriens dachte ich, dass ich auf der Ersatzbank sitzen würde", erinnert sich Wieland, der beim CS Italien mit dem Fussballspielen begonnen hatte. "Aber dann kommen sassen wir da an der Teambesprechung und ich sehe, an der Tafel, dass ich in der Startelf stehe." Wieland bestreitet die erste Halbzeit dieses Viertelfinals im Schweizer Cup und zeigt sich überrascht vom hohen Niveau. "Wir waren mit der U21 noch in der 2. Liga Interregional. Du spürst, dass es ein himmelweiter Unterschied ist", erinnert er sich. Eine unerwartete, fast schon magische Erfahrung, die sein einziger Einsatz in einem offiziellen Spiel für das Fanionteam bleiben soll.
Den Bachelor im Sack
Dass es nur bei diesem einzigen Auftritt blieb ist für den heutigen Meyrin-Spieler alles andere als eine Enttäuschung. "Ich war nie der Spieler, der sich sicher war, dass er Profi werden will. Also war es für mich schon etwas Besonderes, ein Profispiel zu machen", sagt Wieland. Zumal er sich nicht nur auf dem Spielfeld wohlfühlt. "Ich habe gerade meinen Bachelor in Wirtschaft an der Universität Genf abgeschlossen", erklärt er. Der ehemalige Servettien fühlt sich auch auf den Bänken der Hörsäle wohl. Den Fussball will er dennoch nicht aufgeben. "Ich möchte immer auf einem guten Niveau spielen, Spass haben und alles geben. Ich will mich nicht unter Druck setzen oder unbedingt nach einer Profikarriere streben", versichert er. "Wenn es kommt, dann kommt es. Und wenn es nicht kommt, kommt es nicht", schliesst er fast schon philosophisch ab. hätte wählen können.
Nun steht die erste Runde des Schweizer Cups an. Ein wichtiges Spiel - auch für Wielands Teamkameraden: "Viele von uns haben irgendwann in ihrer Karriere bei Servette gespielt. Die meisten kennen mindestens einen Gegenspieler aus früheren, gemeinsamen Zeiten", erklärt er. "Wir wollen zeigen, dass wir auch Talent in unserer Mannschaft haben", merkt der Sommerneuzugang der Gelb-Schwarzen an. Am Samstag um 18:00 Uhr wird Wieland im Stade de Genève auflaufen mit der Hoffnung auf eine neue schöne Cup-Geschichte.
Quelle: (proxifoot.ch / 17.08.2023 / Thomas Freiburghaus)
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