Es war schon eine Weile her, seit der Servette FC im Cup eine Mannschaft aus der Super League schlagen konnte. 18 Jahre liegt der letzte Erfolg zurück. Damals warf man den FC Thun aus dem Turnier – als Erstligist! Auf dem Papier war der FC Stade-Lausanne-Ouchy nicht die grösste Hürde, welche den Calvin-Städtern hätte zugelost werden können. Dennoch gestaltete sich die Partie als mühsamer als erwartet.
René Weiler rotierte die Startelf durch und schenkte u.a. Samba Lélé Diba und Théo Magnin etwas Spielzeit. Und die beiden Nachwuchshoffnungen sahen schon früh, in welche Richtung es gehen soll. Bolla legt, nach einem Sprint, von der Grundlinie auf Guillemenot zurück. Dieser vergibt kläglich und setzt den Ball weit daneben. In einer ereignisarmen Partie wurde es erst in der 37. Minute wieder gefährlich. Wieder war Bolla der Ausgangspunkt. Von links schlug er die Kugel zur Mitte, wo Crivelli hochstieg und Da Silva zu einer ersten Parade zwang. Den darauffolgenden Eckball trat Cognat auf den ersten Pfosten. Rouiller versuchte zu verlängern und traf den Arm von Pos. Schiedsrichter Cibelli entschied auf Penalty, obschon die Szene mehr als umstritten war. Guillemenot wollte seine Startelfnomination rechtfertigen. Der Stürmer schnappte sich den Ball und nahm Anlauf. Vor der Schussabgabe schienen die Nerven beim ehemaligen Barcelona-Talent zu flattern. Da Silva ahnte die Ecke und entschärfte den unplatzierten Schuss ohne Probleme.
Folglich wechselten die beiden Teams die Seiten, ohne dass irgendwelche Tore gefallen sind.
Zum Start von Halbzeit zwei meldete sich auch Lausanne-Ouchy im Spiel an. Danhos erster Distanzversuch war aber noch zu harmlos, um Frick aus der Ruhe zu bringen.
Die erste gefährliche Szene des SFC folgte wenig später. Cognat dribbelte sich durch die ganze gegnerische Abwehr. Allein vor Da Silva zögerte er zu lange mit dem Abschluss. Der Torwart ging als Sieger aus dem Duell heraus.
Nun gewann das Gezeigte etwas an Würze. Der zur Pause eingewechselte Bamba schickte Mulaj in die Tiefe. Dieser liess Tsunemoto aussteigen und suchte den Abschluss. Frick rettete mit einer starken Parade.
Auf der anderen Seite des Platzes kam es in der 73. Minute zum selben Duell. Cognat verlagerte das Spiel auf den rechten Flügel. Der mitgeeilte Tsunemoto liess Mulaj mit einem Haken ins Leere schlittern. Der Japaner setzt zur Flanke an und bedient Bedia, der aus kurzer Distanz zum 1:0 einnickt. Die Steine, welche den Servette-Fans im Stadion von den Herzen gefallen sind, glichen einem Murgang.
Die Weiler-Elf hatte das Geschehen unter Kontrolle. Wie schon gegen Tiraspol kam aber auch der FC SLO nochmals zu einer Chance. Aus dem Halbfeld bugsierte Mulaj das Leder per Freistoss in den Sechzehner. Dort kommen sich Frick und Vouilloz in die Quere. Der Keeper kann mit den Fäusten klären. Allerdings landet der Ball direkt bei Qarri, der aus der zweiten Reihe draufhält. Der einstige Servette-Juniorenspieler trifft zum 1:1 und rettet seine Farben in die Verlängerung.
In der Verlängerung schenkten sich die beiden Mannschaften nichts. Auf grosse Torszenen wartete man aber vergeblich. So musste das Penaltyschiessen entscheiden.
Stevanovic eröffnete dieses für den SFC. Der Bosnier zielte scharf in die untere, linke Ecke. Da Silva war dran, musste sich aber zum 1:0 geschlagen geben.
Lausanne-Ouchy schickte Mulaj als erstes ins Rennen. Nach lässigem Anlauf schiesst dieser halbhoch in die linke Ecke. Frick hebt seine linke Pranke und hält das 1:0.
Bedia hatte die Chance, die Führung auszubauen. Souverän versenkte er oben rechts zum 2:0.
Ex-Servettien Ajdini lief für die Gäste an. Abgebrüht verwandelte er zum 2:1.
Ebenso abgeklärt zeigte sich Tsunemoto, der für Servette auf 3:1 stellen konnte.
Nach seinem Tor im Spiel, wagte sich auch Qarri an einen Elfmeter. Diesen pflückte Frick gekonnt herunter und stiess die Tür zur nächsten Runde weit auf.
Severin, der nur fürs Penaltyschiessen eingewechselt wurde, nahm als nächster Anlauf. Wuchtig überwältigte er Da Silva zum 4:1 und machte den Sack zu.
Als unnötigen Kräfteverlust kann man diese Cup-Partie gegen den Gegner aus dem Kanton Waadt abhaken. Freuen dürfen sich die Grenats trotzdem, denn man hat endlich den Super-League-Fluch im Cup gebrochen – und dies erst noch einen Tag nach Halloween. Nun gilt der Fokus aber wieder der Meisterschaft, wo man am Samstag bei Tabellenführer Zürich zu Gast ist.
Servette FC – FC Stade-Lausanne-Ouchy 4:1 n.P. (1:1) (1:1) (1:1) (0:0)
Stade de Genève : 3'250 Zuschauer
Schiedsrichter : Luca Cibelli
Tore : 73' Bedia (1:0), 84' Qarri (1:1)
Servette FC : Frick ; Tsunemoto, Vouilloz, Rouiller, Mazikou ; Magnin (63' Stevanovic), Cognat (115' Severin), Diba (70' Ondoua), Bolla ; Guillemenot (86' Ouattara), Crivelli (70' Bedia)
FC Stade-Lausanne-Ouchy : Da Silva ; Camara (70' Gassama), Kadima, Hajrulahu, Pos (99' Ouédraogo) ; Hamdiu (79' Garcia) ; Mahmoud (46' Bamba), Qarri, Gharbi (59' Essiam), Ajdini ; Danho (59' Mulaj)
Verwarnungen : 26' Rouiller, 41' Danho, 68' Diba, 70' Bamba, 76' Hajrulahu, 80' Bedia, 103' Braizat, 117' Kadima
Bemerkungen : Servette ohne Antunes, Baron, Besson, Douline, Touati (Verletzt), Behrami, Diallo, Dias, Fofana, Henchoz, Kaloga, Lyng, Ndema, Onguéné, Rodelin, Salihi, Sestito, Souaré (Nicht im Aufgebot), 40' Guillemenot verschiesst Handspenalty ; Lausanne-Ouchy ohne Abdallah, Abi, Heule, Tsongui, Vachoux (Verletzt), Akichi, Hadji, Eberhard, Obexer, Noverraz, Renoud (Nicht im Aufgebot)
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