Unter strömendem Regen trafen am letzten Samstag der FC Zürich und der Servette FC aufeinander. Im Vorfeld durfte man sich auf eine packende Partie freuen. Das Heimteam ist in dieser Spielzeit noch ungeschlagen, die Gäste reihten zuletzt vier Siege aneinander.
Dem Regen zum Trotz – ein Servettien strahlte nach einer ganz speziellen Woche. Dereck Kutesa ist am Dienstag Vater einer Tochter geworden. Besonders er war so richtig motiviert, im Letzigrund etwas zu reissen. Und der Offensivakteur machte sogleich auf sich aufmerksam. Bedia setzt sich mit viel Körpereinsatz gegen Conceição und Kryeziu durch. Der Ivorer passt auf Kutesa, der mit der Hake direkt wieder Bedia bedient. Dieser zeigt sich abgebrüht und verwertet die erste Chance zum 0:1!
Servette untermauerte den gelungenen Start mit einer kompakten Defensivleistung. Die sonst so wirbligen Zürcher kamen kaum vor das Tor von Joël Mall. Eine verunglückte Boranijasevic-Flanke war die brenzligste Situation, welche der SFC-Keeper in der ersten halben Stunde zu klären hatte.
Für die gefährlichen Szenen war die Gästemannschaft besorgt. In der 33. Minute bringt Stevanovic einen Eckball zur Mitte. Douline steigt im Zentrum am höchsten und verpasst es, die Kugel mit dem Kopf im Gehäuse unterzubringen. Servette war dem zweiten Treffer näher als der FCZ dem Ausgleich. Vor der Pause rannten nochmals die Calvin-Städter an. Kryeziu versucht die Situation mit einem Befreiungskopfball zu beruhigen. Den Klärungsversuch pflückt sich Stevanovic mustergültig aus der Luft. Auf eigene Brustvorlage hin, zieht der Bosnier aus der zweiten Reihe ab. Brecher reagiert gedankenschnell und bewahrt das Heimteam vor dem Zweitorerückstand.
Schliesslich bat Schiedsrichter Wolfensberger die beiden Mannschaften zur Pause.
Im zweiten Durchgang knüpften die Servettiens dort an, wo sie im ersten aufgehört hatten. Knapp fünf Minuten waren gespielt, da prüft Bedia Brecher mit einem Flachschuss. Der Zürcher verteidigt sein Tor gekonnt, kann die Szene aber nicht beruhigen. Über Tsunemoto kommt Stevanovic an den Ball, der mit seinem Schussversuch das Tor nur knapp verfehlt.
Es machte Spass, dem SFC zu zuschauen. Denn die Weiler-Elf hatte den Gegner fest im Griff. Nach einer guten Stunde bringt Cognat einen geklärten Eckball zurück in die Gefahrenzone. Die Flanke saust über Kamberi hinweg und genau in die Füsse von Rouiller. Dieser zeigt sich in bester Stürmermanier und markiert eiskalt das 0:2. Bewacher Marchesano bleibt nur das Nachsehen.
Zürich schien geschlagen. Es kam schlichtweg zu wenig, was das Servette-Tor gefährden sollte. Kamberis Kopfballversuch in der 87. Minute pflückte Mall ohne Probleme aus der Luft.
Aufregen durfte man sich nur noch wegen einer Szene. Nach 89 Minuten steht Stevanovic unglücklich auf Mathews Fuss, nachdem sich dieser die Kugel wegspitzeln liess. Für den Schiedsrichter ein klares Verdikt – Platzverweis für den Genfer. Dämlich war die darauffolgende Reaktion von Bedia, welcher von der Bank aus eine gelbe Karte für Reklamieren erhielt. Da es sich hierbei um die vierte der laufenden Saison handelt, fehlt der Stürmer im Heimspiel gegen den FC Basel. Dort dürfte auch Keigo Tsunemoto fehlen, der sich kurz vor Schluss verletzt auswechseln lassen musste.
Blendet man die "verlorenen" Spieler aus, dürfen sich René Weiler und sein Team über drei weitere Punkte freuen. Mit dem Sieg im Topspiel schiebt man die Ligaspitze zusammen. Vier Vereine liegen nun innerhalb von drei Punkten. Mit einem Sieg gegen den FCB könnte Servette, je nach Resultaten der Konkurrenz, am Sonntag gar die Tabellenspitze erklimmen. Wer hätte das vor gut einem Monat gedacht. Bevor "Rotblau" im Stade de Genève erwartet wird, duellieren sich die Grenats aber noch mit dem FC Sheriff Tiraspol um das Weiterkommen in der UEFA Europa League. Ein Sieg am Donnerstag könnte ein schönes Polster für den SFC bedeuten.
FC Zürich – Servette FC 0:2 (0:1)
Stadion Letzigrund : 12'910 Zuschauer
Schiedsrichter : Sven Wolfensberger ; Jonas Erni, Christophe Loureiro
VAR : Johannes von Mandach ; Mirel Turkes
Tore : 4' Bedia (0:1), 62' Rouiller (0:2)
Servette FC : Mall ; Tsunemoto (79' Vouilloz), Rouiller, Severin, Mazikou ; Douline ; Stevanovic, Ondoua, Cognat (75' Diba) ; Bedia (75' Crivelli), Kutesa (61' Bolla)
FC Zürich : Brecher ; Wallner, Kryeziu, Kamberi ; Boranijasevic (67' Oko-Flex), Conde (86' Hornschuh), Mathew; Conceição ; Marchesano (76' Santini), Krasniqi (67' Guerrero), Okita (76' Rohner)
Verwarnungen : 82' Douline, 87' Severin, 90' Bedia, 90'+5 Kamberi
Rot : 89' Stevanovic
Bemerkungen : Servette ohne Antunes, Baron, Besson, Touati (Verletzt), Behrami, Diallo, Dias, Fofana, Henchoz, Kaloga, Lyng, Ndema, Onguéné, Ouattara, Rodelin, Salihi, Sestito, Souaré (Nicht im Aufgebot) ; Zürich ohne Afriyie, Katic, N. Reichmuth (Gesperrt), Bajrami, Guzzo, Ligue, Omerovic, M. Reichmuth (Nicht im Aufgebot)
Social Media