Es war auch schon schwieriger Fan des Servette FC zu sein. Der Vize-Meister aus der Calvin-Stadt schwebt auch Wolke sieben und möchte seine Siegesserie auch gegen den FC Basel fortsetzen. Die Gästemannschaft erhoffte sich wiederum Punkte vom südwestlichsten Zipfel des Landes mitzunehmen. Dass René Weiler mit Chris Bedia und Miroslav Stevanovic zwei Stammkräfte aufgrund von Sperren fehlten, liess die leisen Hoffnungen der Basler lauter werden. Mit den verletzten Alexis Antunes und David Douline mussteder Servette-Coach zudem auf zwei weitere, bewährte Kräfte verzichten.
Mit viel Selbstvertrauen schickten sich die "Bebbis" dann auch ins Spiel. Sigua hätte nach zwei Minuten den Führungstreffer auf dem Fuss. Der Georgier lässt die Kugel aus bester Position übers Tor sausen. Basels "Shootingstar" blieb im Fokus. Denn nach 18 Minuten musste er unfreiwillig seinen Platz räumen. Schiedsrichter Schärer stellte Sigua nach einem Tritt gegen Mazikou mit rot vom Platz. Die Szene mutete derjenigen an, aufgrund welcher Stevanovic gegen den FCB zuschauen musste. Basel, das in der Startphase mehr vom Spiel hatte, steckte nach dem Platzverweis nicht zurück. Beharrlich wurde weiter geackert. Xhaka setzte sich mit einem Dribbling gegen Kutesa, Rouiller und Severin durch. Mit einem Flachschuss und einer Portion Glück überwand Xhaka SFC-Goalie Mall. Dieser musste sich zum 0:1 geschlagen geben, weil das Leder wenige Zentimeter vor den Handschuhen nochmals aufsprang.
Es schien, als hätten die Grenats den Rückstand gebraucht. Man setzte dem Gegner nun mehr entgegen und arbeitete besser nach vorne. Bolla und Crivelli gaben mit ihren Abschlussversuchen die Marschrichtung vor. Ein Ausgleichstor kurz vor der Pause würde eine wichtige Basis bilden, um unbeschwert in die zweite Halbzeit zu gehen. Als der vierte Offizielle die Nachspielzeit auf seiner Tafel anzeigen wollte, kam Guillemenot auf der rechten Seite in Ballbesitz. Mit einem Haken lässt dieser Schmid aussteigen. Guillemenot fasste sich ein Herz und zog aus spitzem Winkel ab. Von Veiga leicht abgelenkt, schlägt die Kugel im Tor ein. 1:1! Eminent wichtig!
Mit dem ausgeglichenen Skore ging es dann auch in die Katakomben.
Nach einem verhaltenen Start in den zweiten Durchgang packte Diba in der 59. Minute die linke "Klebe" aus. Salvi segelte durch den FCB-Kasten und pflückte den Schuss gekonnt aus der Luft. Es war der erneute Startschuss in einer Druckphase der Hausherren. Denn diese marschierten nur eine Minute später wieder in Richtung Gästetor. Guillemenot treibt den Ball nach vorne und spielt zum idealen Zeitpunkt in die Tiefe. Mazikou nutzt seine Geschwindigkeit aus und erläuft sich den Ball. Sofort legt der Kongolese zur Mitte, wo Crivelli im Stile eines Goalgetters zum 2:1 verwandelte. Eine schöne Aktion der Servettiens, welche nun ihren Vorsprung zementieren wollten. Am einfachsten ginge dies mit einem Doppelschlag. In der 67. Minute lenkte Diba einen Bolla-Corner an den Pfosten.
Das Momentum lag nun klar auf Seiten der Grenats. Basel tauchte nur noch vereinzelt vor Malls Tor auf. Malones Versuch mit dem Nacken war noch die beste Aktion der Gäste. Und auch dort fehlte es am Zielwasser.
Besser machte es das Heimteam auf der anderen Seite des Platzes. Nach 81 Minuten kam Cognat in Strafraumnähe an den Ball. Der Mittelfeldregisseur hatte alle Zeit der Welt, sich das Leder zurecht zu legen. Cognat nahm Mass und versenkte eiskalt zum 3:1 und machte den Deckel drauf.
In der Nachspielzeit setzte der SFC dem Spiel gar die Kirsche auf. Mazikou machte das Spiel schnell und schickte Baron in die Tiefe. Mit dem Absatz legte dieser für Guillemenot auf, der wiederum, ohne zu zögern, den Abschluss suchte. Das Eigengewächs stellte auf 4:1 und krönte seine starke Leistung mit einem Doppelpack. Es war Guillemenots bester Auftritt im Servette-Dress, seit er letzten Sommer von St. Gallen zurückgeholt wurde.
Die Weiler-Elf macht Lust auf mehr! Nun dürfen sich die geschundenen Muskeln aber einige Tage erholen. Für die Länderspielpause ist kein Testspiel angesetzt worden. Nur wenige Servettiens reisen zudem zu ihren Nationalteams. Es ist eine gelungene Abwechslung, bevor es am Sonntag, 26.11.2023 dann gegen die Grasshoppers weitergeht.
Servette FC – FC Basel 1893 4:1 (1:1)
Stade de Genève : 7'273 Zuschauer
Schiedsrichter : Sandro Schärer ; Stéphane De Almeida, Bekim Zogaj
VAR : Alessandro Dudic ; Anojen Kanagasingam
Tore : 21' Xhaka (0:1), 45' Guillemenot (1:1), 60' Crivelli (2:1), 81' Cognat (3:1), 90'+3 Guillemenot (4:1)
Servette FC : Mall ; Tsunemoto, Rouiller, Severin, Mazikou ; Bolla (69' Baron), Cognat, Diba (69' Ondoua), Kutesa (90'+1 Magnin) ; Guillemenot, Crivelli (80' Vouilloz)
FC Basel 1893 : Salvi ; Dräger (76' Lang), Frei, Veiga, Schmid ; Demir (58' Malone), Xhaka (85' Gauto), Avdullahu, Kade (46' Barry) ; Jovanovic (46' Zé), Sigua
Verwarnungen : 65' Diba
Rot : 18' Sigua
Bemerkungen : Servette ohne Bedia, Stevanovic (Gesperrt), Antunes, Besson, Douline (Verletzt), Behrami, Diallo, Dias, Fofana, Henchoz, Kaloga, Ndema, Onguéné, Rodelin, Salihi, Sestito, Souaré, Touati (Nicht im Aufgebot), 67' Pfostenschuss von Diba ; Basel ohne van Breemen (Gesperrt), Augustin, Barisic, Comas, Hitz, Hunziker, López (Verletzt), Kayombo, Onyegbule, Pfeiffer, Vogel (Nicht im Aufgebot)
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