Nach Mazikou-Rücktritt - es brodelt im Kongo
Erdbeben in der Nationalmannschaft der Republik Kongo
Es kam aus heiterem Himmel - Bradley Mazikou schmiss nach dem letzten Länderspiel gegen Sambia den Bettel in der Nationalmannschaft hin (wir berichteten).
Beim Rücktritt des Linksverteidigers bleibt es aber nicht. Gleich fünf weitere Akteure zogen mit und verkündeten, dass sie künftig nicht mehr für die "Diables rouges" auflaufen werden. Namentlich sind dies:
- Yhoan Andzouana (DAC Dunajská Streda /SVK)
- Antoine Makoumbou (Cagliari Calcio /ITA)
- Gaius Makouta (Boavista Porto FC /POR)
- Prestige Mboungou (Ajman Club /VAE)
- Morgan Poaty (FC Lausanne-Sport /CH)
Bereits zu Beginn des Jahres knallte es zwischen dem kongolesischen Sportministerium, FECOFOOT (dem Fussballverband) und seinen Nationalspielern. Damals kam es zum Streik, weil Prämienzahlungen nicht geflossen sein sollen, nachdem man sich für die African Nations Championship qualifizieren konnte. An diesem Turnier messen sich Landesauswahlen, bei welchen nur Spieler aus heimischen Ligen im Aufgebot stehen dürfen. Hinter dem Africa Cup of Nations ist es der zweitwichtigste Nationenwettbewerb im afrikanischen Fussball. Der Vorwurf der Spieler war damals, wie auch heute, dass der Verband keine Wertschätzung zeige.
Beim letzten Zusammenzug der Nationalmannschaft kam es nun zum Eklat. Aufgrund zu spät versandter Flugtickets sollen Spieler aus Frankreich verspätet eingetroffen sein. Ebenfalls wurde die Unterbringung kritisiert. Das Teamhotel wurde als "Stundenhotel" bezeichnet (siehe Video). Mazikou und seine Teamkollegen sollen sich ebenfalls an der Organisation des Auswärtstrips nach Sambia gestört haben. Am Vorabend des Spiels soll man um Mitternacht einen dreistündigen Flug nach Sambia angetreten sein. Keine guten Voraussetzungen, wenn man am selben Tag um 17:00 Uhr zu einer WM-Qualifikationspartie antreten sollte. Das Kräftemessen mit Sambia ging bekanntlich mit 4:2 verloren.
Die Rücktrittswelle soll Druck auf den Verband aufbauen. Es werden personelle Konsequenzen, sowie das Schaffen von professionellen Bedingungen gefordert. Ob Mazikou & co. dann ins Nationalteam zurückkehren werden, steht in den Sternen. Bis auf Weiteres wird der Servettien die Länderspielpausen aber in der Schweiz verbringen.