Lizenzierungspanne könnte Servette drei Neuzugänge kosten!
Riesen Bock auf Servettes Geschäftsstelle
Ein riesiger administrativer Bock erschüttert den Servette FC. Den Grenats droht ein selbstverschuldeter Personalnotstand.
Lange hielt man sich in Genf mit den Wintertransfers zurück. Plötzlich schien doch noch Bewegung in den Apparat zu kommen. Innert weniger Tage konnten mit Bassirou N'Diaye, Takuma Nishimura und Omar Rekik drei Neuankömmlinge präsentiert werden. Am letzten Donnerstag unterschrieb mit Dylan Bronn gar ein vierter Akteur.
Während letzterer am Sonntag gegen Lugano debütieren durfte, wurde Nishimura im letzten Moment vom Aufgebot gestrichen. N'Diaye (fehlende Arbeitsbewilligung - wir berichteten) und Rekik (Trainingsrückstand) waren gar nicht erst für das Spiel eingeplant gewesen. Nishimuras Nicht-Nomination wurde damit begründet, dass man administrative Ungereimtheiten festgestellt habe, und kein Risiko eingehen wollte. Nun stellt sich heraus, dass die Ungereimtheiten zu einem massiven Problem ausufern könnten. Denn die drei Spieler wurden nicht bei der Swiss Football League gemeldet!
Grundsätzlich ist es so, dass jeder Verein über eine Kontingentsliste verfügt, die er mit Spielern bestücken darf. Alle Namen, die auf der Liste figurieren sind diejenigen, welche auch effektiv eingesetzt werden dürfen. Insgesamt darf ein Klub aus der Super League 25 Spieler melden, von welchen maximal 17 aus dem Ausland stammen dürfen. Lokal ausgebildete Spieler (= mind. 3 Jahre in der Schweiz aktiv) unter 21 Jahren zählen nicht zum 25-Mann-Kontingent. Sofern die Liste voll ist, müssen Namen gestrichen werden, um neuen Akteuren Platz zu machen. Dies funktioniert bei Transferabgängen, Leihen oder, im Extremfall, Todesfällen. Die finalisierte Liste, welche für die Rückrunde gelten soll, muss am Deadline-Day bis spätestens 23:59 Uhr an die SFL verschickt werden. In diesem Fall war dies am 15.02.2024 um 23:59 Uhr der Fall.
Nun kommt der Hammer! Denn auf der Geschäftsstelle soll die Aktualisierung des Dokuments untergegangen sein, welches man der SFL hätte zukommen lassen müssen. Anstelle der neu verpflichteten Namen stehen Chris Bedia, Boubacar Fofana, oder die ausgemusterten Jérôme Onguéné und Ronny Rodelin auf der Kontingentsliste und blockieren die Lizenzierung der Winterzugänge. Peinlich! Einzig Dylan Bronn konnte lizensiert werden. Er profitiert von einer Spezialregelung, welche besagt, dass (max. 2) verliehene Spieler nachträglich ersetzt werden dürfen, wenn sie ihren Verein im Winter verlassen. Bronn nimmt entsprechend den Platz von Hussayn Touati ein, der bis Ende Saison für Wil aufläuft.
Eine Ausnahmeregelung für den SFC scheint in weiter Ferne. Ein Rekurs mit Verweis auf technische Komplikationen scheint die einzige Möglichkeit, sämtliche Neuzugänge qualifizieren zu können. Ansonsten bleibt nur die Möglichkeit einen weiteren Spieler zu verleihen. Gemäss der Tribune de Genève ist in einigen Ländern das Transferfenster noch offen (China, Estland, Polen, Slowakei, etc.). Ein Leihwechsel wäre also noch möglich. Die Servette-Verantwortlichen würden gut daran tun, wenigstens noch einen Abgang in die Wege leiten zu können.
Auf dem Platz stimmt die Leistung der Weiler-Elf. Was aber im Büro abgeht lässt einem die Nackenhaare zu Berge stehen.