In der UEFA Conference League fand gestern Abend die Achtelfinalpartie zwischen dem Servette FC und dem FC Viktoria Pilsen statt. Als letzter Vertreter der Super League lagen die Augen der Schweiz auf den Rhône-Städtern. Diese rotierten munter durch traten dem Gegner mit Selbstvertrauen entgegen.
Viktoria Pilsen hat in der Gruppenphase keinen einzigen Punkt abgegeben. Mit entsprechend breiter Brust reiste man nach Genf. Und mit einer cleveren Eckballvariante kam Kopic in der Startphase ein erstes Mal zum Abschluss. Die Nummer 10 der Gäste schoss knapp drüber.
Überraschenderweise war es das dann recht lange mit nennenswerten Torchancen. Aufgrund vieler Unterbrüche und liegenbleibender Tschechen kam kein Spielfluss auf. Wie eine zähe Masse zog sich die erste Halbzeit in die Länge. Erst kurz vor der Pause schaltete Viktoria wieder einmal einen Gang höher. Nach einem Angriff über die linke Seite bringt Severin die Kugel nicht weg. Vydra setzt nach und muss von Frick gestoppt werden. Bei der Rettungstat wird der Torhüter am Kopf getroffen. Sofort greift er sich an den Kopf und lässt das Spielgerät liegen. Hranáč schob das Leder über die Linie, wurde aber noch vor dem Jubelsturm vom Unparteiischen zurückgepfiffen. Servette bekam den Entlastungsfreistoss.
Spätestens bei René Weilers Pausenansprache war klar, dass man gegen das "Lugano des Ostens" zwingend in Führung gehen muss, um den Abend positiv zu gestalten. Die destruktive Spielweise des Gegners liess keinen Kreativfussball zu.
Gegen eine Mannschaft, die in der aktuellen Conference-League-Kampagne erst ein Gegentor hinnehmen musste, brauchte es Überraschungsmomente. So einen schuf Bolla, als er nach 53 Minuten für Stevanovic auflegte. Dieser war zur Pause eingewechselt worden und liess das Publikum mit einem Vollspannschuss aufhorchen. Da fehlte nicht viel.
In der Folge konnte das Auswärtsteam die Defensive wieder besser ordnen. Servette war spielbestimmend. Echte Chancen brachten aber auch die Einwechslungen von Antunes und Cognat nicht. Bis zur Schlussphase blieb es beim 0:0. Dann läutete Bolla mit einem Distanzversuch die Schlussoffensive ein.
Knapp 85 Minuten waren gespielt, da zirkelte Stevanovic eine Flanke hinter die gegnerische Abwehr. Antunes verpasste in akrobatischer Manier, verwirrte damit aber Torwart Jedlička. Dieser konnte gerade noch reagieren und verhinderte, dass die Stevanovic-Flanke im Netz einschlug. Die Grenats schnupperten am 1:0.
Pilsen drängte in der Offensive nicht auf das Auswärtstor. Cerv wagte sich dennoch nach 87 Minuten in den Abschluss. Frick fischte den Schuss kontrolliert aus der Luft. Und der Schlussmann machte das Spiel sofort schnell. Via Tsunemoto kam Antunes in der Spitze an den Ball. Das Eigengewächs zeigt Übersicht und spielt zum besser postierten Stevanovic. Dieser bearbeitet das Leder etwas zu lange und sieht seinen Versuch von Jemelka geblockt. Die Servettiens sind im Angriff zu wenig durchschlagskräftig. Sinnbildich dafür auch Ondouas Weitschuss in der Nachspielzeit. Goalie Jedlička musste nicht eingreifen.
Schliesslich beendete Schiedsrichter Krogh die Partie so wie sie angefangen hat – beim Stande von 0:0. Ein Unentschieden, mit welchem man nicht zu hundert Prozent zufrieden sein kann. Immerhin wahrt man sich fürs Rückspiel alle Möglichkeiten. Dieses steigt bereits nächste Woche in der Doosan Aréna von Pilsen. Vorher gibt es aber noch das Léman-Derby gegen den FC Lausanne-Sport. Eine weitere Partie, die man auf keinen Fall verlieren möchte. Falls YB Punkte abgeben sollte, winkt sogar die Tabellenführung.
Servette FC – FC Viktoria Pilsen 0:0 (0:0)
Stade de Genève : 15'574 Zuschauer
Schiedsrichter : Morten Krogh ; Wollenberg Rasmussen, Bramsen (Dänemark)
VAR : Jonas Hansen ; Jakob Kehlet (Dänemark)
Tore : /
Servette FC : Frick ; Tsunemoto, Rouiller, Severin, Magnin (90'+2 Ouattara) ; Bolla (81' Baron), Diba (65' Cognat), Ondoua, Kutesa (65' Antunes) ; Guillemenot (46' Stevanovic), Crivelli
FC Viktoria Pilsen : Jedlička ; Dweh, Hranáč, Jemelka, Cadu (90'+1 Traoré) ; Kopic, Cerv, Kalvach, Mosquera (74' Kiment) ; Vydra (58' Sýkora), Chorý
Verwarnungen : 35' Cadu, 41' Tsunemoto, 44' Guillemenot, 48' Bolla, 78' Kopic
Bemerkungen : Servette ohne Besson, Douline (Verletzt), Behrami, Bronn, Dias, Kaloga, Lyng, N'Diaye, Nishimura, Onguéné, Rekik, Salihi, Sestito (Nicht im Aufgebot) ; Pilsen ohne Sulc (Gesperrt), Durosinmi, Havel (Verletzt), Jirka, Metsoko, Souaré (Nicht im Aufgebot), 42' Tor von Hranáč wegen Foulspiels aberkannt
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