Dramatischer Sieg gegen den FC Lausanne-Sport
Der Kaktus sticht im Derby!
Es läuft rund am westlichen Ende des Genfersees. In einer dramatischen Partie sicherten sich die Servettiens den späten Sieg. So stand man für eine gute halbe Stunde an der Tabellenspitze der Super League.
Begonnen hat das Spiel aber nicht wie geplant. Denn die Gäste aus dem Waadtland starteten besser. Sène narrt Mazikou mit ein paar Übersteigern. Vor dem Tor packt der Stürmer einen Flachschuss aus, den Mall gerade noch um den Pfosten lenken konnte.
Es brauchte den Weckruf aus Lausanne, damit die Grenats auf Betriebstemperatur fanden. Dann ging es jedoch flott. Nach einer schönen Kombination wollte Nishimura eine Mazikou-Hereingabe aufs Tor lenken. Die Kugel sprang vor den Füssen des Japaners auf und vermieste ihm den Abschluss so richtig. Nur einige Augenblicke später kam Kutesa vors Tor. Der Flügelläufer suchte das Führungstor, schob das Leder aber am Kasten vorbei.
Die Partie näherte sich langsam der 30-Minuten-Marke. Dann stoppte Dussenne Cognat im Mittelfeld. Sofort schalteten die Lausanner auf Konter um. Bernede spielte an der Strafraumgrenze zu Pafundi rüber. Der Italiener fackelte nicht lange und versenkte eiskalt zum 0:1. Ein Rückstand, den sich die Genfer definitiv nicht einhandeln wollten. Die Reaktion folgte umgehend. Nach einem Eckball zog Rouiller aus dem Getümmel ab. Der Schuss wurde geblockt und die ganzen Servettiens forderten einen Handspenalty. Es folgte eine Überprüfung der TV-Bilder. VAR Dudic konnte kein Handspiel erkennen, dafür fiel ihm auf, dass Dabanli Antunes mit offener Sohle am Bein erwischte. Somit gab es keinen Hands-, dafür einen Foulpenalty. „Egal“, dachte sich Nishimura. Mit einem Hammer ins Lattenkreuz egalisierte der Neuzugang die Partie.
Beim 1:1 blieb es bis zur Pause.
Trotz Dreifachbelastung schien René Weiler nochmals einige Kraftreserven von seinen Spielern herauslocken zu können. Mit Schwung starteten seine Zöglinge in die zweite Halbzeit. Antunes verpasste die Führung gleich einige Sekunden nach Wiederanpfiff.
Auch danach zeigte man sich deutlich vifer, als noch im ersten Durchgang. Ganz sollte man „LS“ jedoch nicht abschreiben. In einer der wenigen Chancen liess es Dabanli ordentlich krachen. Der Innenverteidiger hämmerte einen Weitschuss an den Pfosten.
Danach übernahm der SFC das Zepter. Ein ruhender Ball sollte das Mittel sein, mit welchem man zum Torerfolg kommen wollte. Stevanovic zirkelte einen Freitstoss in die Gefahrenzone. Dort zwingt Bronn Letica mit zu einer Glanzparade. Ondoua köpft den Abpraller an den Pfosten und auch Bronn schafft es nicht, die Kugel im zweiten Anlauf über die Linie zu drücken. Da hatten die Gäste eine gehörige Portion Glück!
Zehn Minuten standen noch auf der Uhr. Dann lancierte Tsunemoto den eingewechselten Guillemenot. Dieser wird im Sechzehner von Roche von den Beinen geholt. Zum zweiten Mal an diesem Nachmittag zeigte Schiedsrichter Fähndrich auf den Penaltypunkt. Diesmal nahm Crivelli Anlauf. Letica ahnte die Ecke, wurde aber von der Schusskraft des Franzosen überrascht. 2:1 für Servette! Der Kaktus hat gestochen. Nun ging es darum, den Sieg endgültig einzutüten. Da machte man sich das Leben selber schwer. Bronn flog nach Zeitspiel und Applaus gegenüber dem Unparteiischen zu Recht mit Gelb-Rot vom Platz. Es musste nochmals gezittert werden. Doch die Grenats konnten den Deckel drauf machen. Bolla trat, tief in der Nachspielzeit, einen Eckball auf den ersten Pfosten. Dort verlängerte Crivelli ins Glück! 3:1 für Servette! Was für ein Derby!
Die Calvin-Städter reiten weiterhin auf der Erfolgswelle. In der Super League bleibt man auf Kurs und in der UEFA Conference League soll am Donnerstag der nächste Coup folgen. Im tschechischen Pilsen kommt es zum Achtelfinalrückspiel gegen den ortsansässigen FC Viktoria. Am Sonntag steht die nächste Runde der Meisterschaft auf dem Programm. Dann fordert man den kriselnden FC Luzern in der Swissporarena heraus.
Servette FC – FC Lausanne-Sport 3:1 (1:1)
Stade de Genève : 12'628 Zuschauer
Schiedsrichter : Lukas Fähndrich ; Guillaume Maire, Noël Lötscher
VAR : Alessandro Dudic ; Anojen Kanagasingam
Tore : 25' Pafundi (0:1), 34' Nishimura (Foulpenalty) (1:1), 82' Crivelli (Foulpenalty) (2:1), 90'+5 Crivelli (3:1)
Servette FC : Mall ; Tsunemoto, Rouiller, Bronn, Mazikou ; Stevanovic, Ondoua, Cognat (88' Bolla), Kutesa (65' Crivelli) ; Antunes (88' Magnin) ; Nishimura (78' Guillemenot)
FC Lausanne-Sport : Letica ; Giger (70' Loucif), Dussenne, Dabanli, Poaty ; Pafundi (83' Rrudhani), Roche (83' Sanches), Bernede ; Custodio, Sène (70' Labeau), Diabaté
Verwarnungen : 34' Dabanli, 71' Giger, 79' Cognat, 81' Roche, 89' Bronn, 90'+3 Dussenne
Gelb-Rot : 89' Bronn
Bemerkungen : Servette ohne Besson, Douline (Verletzt), Behrami, Dias, Kaloga, Lyng, N'Diaye, Onguéné, Ouattara, Rekik, Salihi, Sestito (Nicht im Aufgebot), 64' Pfostenkopfball von Ondoua ; Lausanne ohne Szalai (Gesperrt), Coyle, Grippo, Ilie, Kalu (Verletzt), Abdeljaoued, Ngonzo, Spiegel (Nicht im Aufgebot), 58' Pfostenschuss von Dabanli