"Mit Takuma gibt es keine Probleme", könnte das berühmte Sprichwort aus "König der Löwen" reinterpretiert werden. Der neue Angreifer des Servette FC trifft auswärts beim FC Luzern doppelt und bestätigt, dass er das Zünglein an der Waage des Meisterrennens sein könnte. Denn mit dem Punkt aus der Zentralschweiz ziehen die Calvin-Städter mit den Young Boys gleich. Diese verloren bei Aufsteiger Lausanne-Sport.
Eine schnelle Führung war Servettes Credo vor dem Duell mit dem FCL. Denn die Beine wurden nach dem 120-minütigen Abnützungskampf mit Viktoria Pilsen nicht frischer. Entsprechend erfreut dürfte René Weiler über den Spielauftakt gewesen sein. Tsunemoto behauptet sich im gegnerischen Strafraum und legt auf Nishimura zurück, der eiskalt zum 0:1 einnetzt. Das Führungstor fiel nach lediglich 36 Sekunden.
Das Team von Mario Frick hatte einen Fehlstart zu korrigieren. Und dieses Unterfangen wurde ziemlich zielstrebig in Angriff genommen. 5. Minute, Flanke von Grbic, Dorn hält den Kopf hin und schon steht es 1:1. Ein wilder Start in die Partie.
Danach beruhigte sich das Geschehen auf dem Platz. Erst nach einer knappen halben Stunde brachten die Gäste wieder Gefahr vor das FCL-Tor. Cognat führte einen Freistoss kurz aus. Antunes kommt so in den Genuss von sehr viel Raum. Der Flankenball des Flügelspielers erreicht Stevanovic. Der bringt das Leder unter Kontrolle und zimmert es unter die Latte. Pech für den Bosnier – das Tor zählte nicht. Schiedsrichter Wolfensberger sah, dass Stevanovic bei der Ballannahme den Arm zu Hilfe nahm. Weiter ging es mit dem Spielstand von 1:1.
Kurz vor der Pause nahmen die Grenats nochmals einen Anlauf. Nach einer Balleroberung in der eigenen Platzhälfte wurde schnell umgeschaltet. Auf dem linken Flügel konnte Kutesa davonziehen. Der Neo-Nationalspieler schaffte es bis in den gegnerischen Sechzehner. Dort holte in Jashari von den Füssen. Der Penaltypfiff liess nicht lange auf sich warten. So durfte sich Nishimura den Ball zurechtlegen. Der Japaner verwandelte mit einem riskanten Flachschuss in die Mitte. "Drin ist drin, uns ist es egal", die Fans im Gästesektor freuten sich über das 1:2. Und sie hätten beinahe noch das 1:3 bejubeln können. Ein missglückter Klärungsversuch Ottigers landet auf dem Fuss von Kutesa. Dieser zieht sofort ab und verfehlt das Tor um Haaresbreite.
Mit einer knappen Führung und als virtueller Tabellenführer ging es in die Pause.
Wie die erste Hälfte startete auch Durchgang zwei mit einem frühen Treffer. Diesmal zu Gunsten der Hausherren. Klidjé bedient Grbic, dieser lässt Severin mit einem Übersteiger ins leere laufen. Mit einem frechen Schuss erwischt der Stürmer Mall in der nahen Ecke und markiert so das 2:2.
Servette reagierte postwendend. Nishimura hebelt die gegnerische Defensive mit einem Zuckerpass auf Stevanovic aus. Dieser läuft allein auf das Tor von Loretz. Unsere Nummer 9 hat alle Zeit der Welt – und vergisst den Abschluss! Kläglich vergibt der Routinier die Grosschance. Da hätte mehr kommen müssen.
Eine Viertelstunde vor Schluss wollte sich Stevanovic nochmals revanchieren. Nach guter Vorarbeit von Kutesa nickte der Flügelläufer beinahe ein. Loretz parierte mit einer Glanztat.
Trotz müder Beine gehörte die Schlussphase der Weiler-Elf. Der emsige Kutease prüfte Loretz nach 80 Minuten gleich nochmals. Der Torhüter hielt den Punkt für die Leuchtenstädter weiterhin fest. Doch sein Gehäuse war in allerhöchster Gefahr. Der eingewechselte Magnin köpfte beinahe zum Siegtor ein. Und plötzlich rochen die Luzerner an den drei Punkten. In der Nachspielzeit spielte Jashari einen gefährlichen Querpass vor das Servette-Tor. Am zweiten Pfosten lauerte Haas, der das Tor erzielen muss. Der Schuss des Jokers landete aber in den Fängen von Mall. Trotz Aufschrei im Publikum blieb es beim 2:2.
Malls Rettungstat besiegelte dann auch das Spiel. Denn kurz darauf pfiff der Unparteiische das Geschehen ab. Ein verdienter Punkt für beide Seiten. Das mussten beide Fanlager neidlos anerkennen. Für Servette gibt es nun die lang ersehnte Pause. Nun können Kräfte geschont werden, bevor es am Samstag vor Ostern zum Duell mit dem FC Winterthur kommt. Mit etwas Glück und einem Auswärtssieg winkt dann die definitive Leaderposition. Die Auferstehung des SFC zu Ostern. Ein Gedanke, mit dem man sich anfreunden könnte.
FC Luzern – Servette FC 2:2 (1:2)
Swissporarena : 11'795 Zuschauer
Schiedsrichter : Sven Wolfensberger ; Marco Zürcher ; Nicolas Tuberosa
VAR : Sandro Schärer ; Tobias Thies
Tore : 1' Nishimura (0:1), 5' Dorn (1:1), 41' Nishimura (Foulpenalty) (1:2), 54' Grbic (2:2)
Servette FC : Mall, Tsunemoto, Rouiller, Severin, Mazikou ; Stevanovic (76' Magnin), Cognat, Ondoua, Antunes ; Nishimura (76' Crivelli) ; Kutesa (86' Bolla)
FC Luzern : Loretz ; Ottiger (46' Ulrich), Löfgren, Simani, Frýdek ; Dorn, M. Meyer (85' Villiger), Jashari, Kadák (75' Beloko) ; Grbic (85' Haas), Klidjé (72' Okou)
Verwarnungen : 90'+4 Haas
Bemerkungen : Servette ohne Bronn (Gesperrt), Besson (Verletzt), Behrami, Dias, Kaloga, Lyng, N'Diaye, Onguéné, Ouattara, Rekik, Salihi, Sestito (Nicht im Aufgebot), 28' Tor von Stevanovic wegen Handspiels aberkannt ; Luzern ohne Jaquez (Krank), Beka, Chader, Spadanuda (Verletzt), Breedijk, Hegglin, Heller, L. Meyer, S. Meyer, Rupp, Vukelic, Willimann (Nicht im Aufgebot)
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