Bilder statt Worte
Seit einigen Stunden füllen zahlreiche junge Servette-Fans den Twitter-Feed. Unter dem Hashtag #SFCFamily geht regelrecht die Post ab. Doch was steckt dahinter?
Carole-Anne Kast, Staatsrätin für Sicherheit im Kanton Genf, war bei Radio Lac zu Gast. Im Rahmen der Sendung "6 minutes avec..." nahm die SP-Politikerin Stellung zum Anstieg der Kriminalität in Genf und Umgebung. Im Verlauf des Gesprächs kam man auch auf den SFC und das Stade de Genève zu sprechen. Kast verteidigte dabei das Kaskadenmodell, das im Hinblick auf die kommende Spielzeit eingeführt werden soll. Angesprochen auf die Ablehnung der SFL lässt sie durchsickern, dass die Klubs der Westschweiz das Diskussionsthema offener angehen, als ihre Konkurrenten im Rest des Landes. Auf die Stadt Genf bezogen echauffierte sich Kast darüber, dass an Spieltagen der Servettiens im Schnitt 130 Polizisten aufgeboten werden (u.a. aber auch für den Verkehrsdienst eingesetzt werden). In ihren Augen eine Verschwendung von Sicherheitsgeldern. Dann fielen die Sätze, welche auf Social Media Wellen schlugen. Kast sprach de alte Mär von der Gewalt in und um das Stadion an. Aufgrund der steigenden Fälle von gewalttätigen Auseinandersetzungen getrauen sich Familien nicht mehr an die Heimspiele der Grenats. Auch wenn es rund um die Auswärtspartie gegen den FC Lausanne-Sport zu Scharmützeln kam - diese fanden aber ca. 70 Kilometer seeaufwärts statt. Man muss lange zurückdenken, um Ausschreitungen rund um das Stade de Genève zu finden. Auch in der jetzigen Europacup-Kampagne blieb es trotz grösserer, gegnerischer Fanansammlungen rund um das Stadion ruhig. Einzig beim Spiel gegen die Glasgow Rangers sperrte die Polizei präventiv die Strasse entlang der Tribune Est, um die Wogen nicht aufkochen zu lassen.
Dass sich Kast bei ihrer Aussage nicht auf konkrete Statistiken stütze, störte viele X-User. In mehreren Tweets wurde die Staatsrätin eingeladen, ein Spiel vor Ort mitzuverfolgen. Auch der Servette FC wollte die Aussage nicht tatenlos schlucken. Mit einem, nicht von der Hand zu weisenden, Unterton forderte man seine Fans auf, Ostern zu zelebrieren und seine schönsten Momente als Familie oder mit seinen Freunden zu posten. Dies unter obengenanntem Hashtag. Die Fans folgten dem Ruf und zeigten, was den Spieltagsbesuch ausmacht: Emotionen, Freundschaft und Spass - und ein sicheres Stadionerlebnis. Genau die Werte, welche auch wir am Fussball so lieben!
Die Enfants du Servette haben einige der Posts hier zusammgengefasst.
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