Am letzten Wochenende traf der Servette FC auf den FC Zürich. Das erhoffte Fussballspektakel blieb auf- und abseits des Rasens aus. Nach Scharmützeln beim Einlass der Gästefans boykottierten beide Ultra-Grupperungen das Spiel. Nun reagieren Klubs und die Fans. Wir schaffen einen Überblick:
Nach Krawallen am Fussballspiel zwischen Servette und dem FC Zürich am Samstagabend in Genf hat der Fussballclub Genf Servette Anzeige gegen Unbekannt eingereicht. Grund sind Zusammenstösse zwischen Anhängern des FC Zürich, dem Sicherheitsdienst und der Polizei.
Servette begründete die Anzeige mit Sachbeschädigungen im südlichen Teil des Stadions. Beim Einlass der Gästefans in deren Sektor sei es zu Auseinandersetzungen gekommen, schrieb der Genfer Fussballklub am Sonntag in einem Communiqué. Diese hätten ein längeres Eingreifen der Ordnungskräfte nötig gemacht.
Zürcher Fans hätten bei Durchsuchungen Streit mit dem Sicherheitspersonal gesucht, sagte eine Sprecherin der Genfer Polizei der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Weitere FCZ-Anhänger, die bereits im Stadion gewesen seien, hätten ausserdem versucht, wieder heraus zu kommen, und dabei Absperrungen beschädigt.
In der Folge setze die Polizei den Angaben zufolge Tränengas und Pfefferspray ein. Nach einer halben Stunde beruhigte sich die Lage.
Auch nach der Partie, welche die Genfer mit 0:1 verloren, kam es zu Scharmützeln. Der zweite von zwei Fan-Zügen sei erst verspätet abgefahren, so die Polizeisprecherin. Dies, weil einige FCZ-Anhänger wieder aus dem Zug gestiegen seien und die Sicherheitskräfte mit Gegenständen beworfen hätten.
Quelle: (toponline.ch / 07.04.2024 11:39 Uhr / sda)
Der Servette FC nimmt hiermit Stellung zu den Ereignissen, die sich heute Abend im Eingangsbereich des Gästesektors des Stade de Genève ereignet haben.
Es kam zu Auseinandersetzungen zwischen Zürcher Fans, dem Sicherheitsdienst des Stadions und der Polizei. Der Klub bedauert dies sehr, zumal die Zusammenarbeit zwischen den an der Spielorganisation beteiligten Parteien konstruktiv ist und das Ziel verfolgt, Begegnungen im Stade de Genève sicher und in einer friedlichen Atmosphäre zu ermöglichen.
Der Servette FC hat, zusammen mit den Zürcher Verantwortlichen und der Genfer Polizei, alles unternommen, damit der Empfang der 1'300 FCZ-Fans unter besten Bedingungen stattfinden konnte.
Leider kam es beim Einlass der Gästefans zu Auseinandersetzungen, die einen längeren Einsatz der Ordnungskräfte erforderlich machten.
Angesichts der festgestellten Sachbeschädigungen im südlichen Teil des Stadions beschloss der Servette Football Club 1890 SA, eine Anzeige gegen Unbekannt zu erstatten. Diese Anzeige wurde nach Spielende an den Polizeichef weitergeleitet.
Quelle: (servettefc.ch / 07.04.2024)
Aufgrund der Vorkommnisse rund um das Fussballspiel Servette FC gegen den FC Zürich vom 6. April 2024 hat die AG Bewilligungsbehörde der KKJPD auf Antrag der Genfer Behörden beschlossen für morgen Dienstag, 9. April 2024 einen Massnahmen-Call einzuberufen. Der FC Zürich wird an diesem Call nicht teilnehmen.
Wie schon mehrfach bekräftigt, erachtet der FC Zürich den Weg des geplanten Kaskadenmodells sowie das Aussprechen von öffentlichkeitswirksamen Kollektivstrafen statt sachlicher Aufarbeitung von solchen Ereignissen unter Einbezug aller Beteiligten für den falschen Weg.
Der FC Zürich hat sich aufgrund des unhaltbaren Verhaltens der für den Gästesektor zuständigen Mitarbeitenden der Firma «Securitas» zudem mit einem Beschwerdeschreiben an die Swiss Football League gewendet. Es ist dem FC Zürich jedoch genauso wichtig festzuhalten, dass die anschliessenden Auseinandersetzungen seitens einiger Fans deutlich zu verurteilen sind und eine solche Reaktion nicht zu rechtfertigen ist.
Quelle: (fcz.ch / 08.04.2024 / mfr)
Wie jedermann bemerkt hat, haben wir das samstägliche Spiel gegen Zürich boykottiert, anstelle unsere Farben zu unterstützen. Grund waren die Vorfälle, welche sich beim Einlass zwischen der Polizei und den Fans aus Zürich abgespielt haben. An selber Stelle gab es bereits vor einigen Monaten Probleme, weshalb die Polizei die Zürcher mit Grossaufgebot und in Vollmontur erwartete.
Aufgrund der Unverhältnismässigkeit und dem repressiven Klima (Kollektivstrafen, ausserordentliche Massnahmen, Kaskadenmodell, Einführung der personalisierten Tickets), mit welchem die Behörden in letzter Zeit den Ultras dieses Landes den Krieg erklärt haben, wollten wir unsere Solidarität mit unserem Gegenüber demonstrieren. Diese Solidarität ist ein Teil von verschiedenen Aktion und Stellungnahmen, welche bereits seit einigen Monaten tribünenübergreifend gelebt wird.
Wir lehnen es ab, einer Partie beizuwohnen, bei welchen Gästefans keinen Zutritt zum Stadion erhalten. Umso mehr, wenn sich die Polizei, ob in zivil oder als gross angelegte Intervention sämtliche Freiheiten innerhalb des Stadions herausnimmt. Diese Haltung wird einige Anhänger vor den Kopf stossen. Das ist, ob Titelkampf oder sportliche Misere, nicht der Fussball, den wir uns vorstellen.
Schlussendlich möchten wir erwähnen, dass wir von der Haltung des Servette FC enttäuscht sind. Es wurde uns gegenüber immer erwähnt, dass man bemüht sei, Konzepte zu schaffen um die Situation im Stadion so angenehm und sicher wie möglich zu machen. Die Gespräche zu diesen Konzepten waren Schönrederei. In der Realität haben wir immer wieder unnötig provozierende Polizeipräsenz innerhalb des Stadions wahrgenommen. Gleichzeitig stellen wir fest, dass in sämtlichen Pressemitteilungen der letzten Wochen und Monate stets die Haltung der Behörden übernommen wird. Es fehlt ein reflektierter Blick auf die Vorfälle und ein Einstehen für die Interessen der eigenen Fans. Die Fans sind das Fundament des Vereins!
Dies ist vielleicht "euer" Fussball - "unserer" ist er nicht!
Quelle: (Section Grenat / 08.04.2024)
Social Media