Vier Niederlagen in Folge! Was vor ein paar Wochen noch als Ding der Unmöglichkeit galt, ist seit gestern Tatsache. Die Servettiens verlieren auch im St. Jakob-Park und müssen den FC Lugano in der Tabelle passieren lassen.
Angefangen hat die Partie schon denkbar schlecht. Bereits in den Startminuten setzte sich Enzo Crivelli im Mittelkreis zu Boden. Der Stossstürmer musste das Feld wegen muskulärer Probleme verlassen und durch Takuma Nishimura ersetzt werden. Weilers Matchplan wurde damit schon früh auf den Kopf gestellt.
Zu allem Überfluss fand Basel besser ins Spiel als in den vergangenen Wochen. Allen voran Angreifer Thierno Barry. Dieser erkämpft sich nach zwanzig Minuten die Kugel im Mittelfeld. Mit viel Tempo marschiert Barry bis an die Strafraumgrenze, wo er für Kade ablegt. Dieser profitiert von der Passivität in der Servette-Defensive. Der Deutsche tänzelt sich an die Grundlinie und legt auf Rüegg zurück, der das Leder in die Maschen hämmert. Die Freude über den Führungstreffer währte nur kurz. Nach Intervention des VAR annullierte Schiedsrichter Schnyder den Treffer.
Der Schock stand den Calvin-Städtern noch in den Knochen, da rollte der nächste Angriff der Basler an. Barry versuchte sich mit einem Schuss aus knapp zwanzig Metern und verpasste nur ganz knapp.
Beim SFC haderte man, wie schon in den letzten Auftritten, mit der fehlenden Offensivpower. Viel zu selten schaffte es das Team von René Weiler vor das gegnerische Tor. Nach einer halben Stunde sollte sich dies aber ändern. Severin deutete mit einem Fehlschuss einen Hauch Torgefahr an. Ein paar Minuten später liess Tsunemoto das Stadion mit einem Distanzversuch aufhorchen. Der Abschluss des Japaners war aber zu unpräzise. Als dann auch noch Ondoua aus nächster Nähe verpasste, war man gar gewillt zu sagen, dass ein Tor keine Überraschung gewesen wäre. So rannte man aber weiter an – und lief prompt in einen Konter. Barry konnte auf der rechten Seite seine Schnelligkeit ausspielen. Mit einem präzisen Zuspiel bediente er Kade, der Mall keine Abwehrchance liess und zum 1:0 verwandelte.
Der Jubel über den Führungstreffer war kaum abgeflacht, da erlief sich Kade einen hohen Ball in die Tiefe. Diesmal legte der Deutsche für Sturmpartner Barry ab. Der fackelte nicht lange und schob, durch Malls Beine, zum 2:0 ein.
Zwei dämliche Kontertore besiegelten den 2:0 Pausenstand zu Ungunsten der Grenats.
Und auch die zweite Halbzeit startete nicht viel besser. Der FCB kam besser in die Gänge und verpasste mit Barry das 3:0. Nur Malls starkem Reflex war es zu verdanken, dass man sich noch im Spiel halten konnte. Nun brauchte man auch ein Tor, um irgendwelche Punktebegehren zu rechtfertigen. Eine knappe Stunde war gespielt, da liess Stevanovic einen Corner in den Strafraum segeln. Der Flankenball landete auf der Stirn von Rouiller, der unhaltbar zum 2:1 Anschluss einnicken konnte. Wurde es nun nochmals spannend?
Die Gäste versuchten gleich nachzudoppeln. Mit einem hohen Ball überbrückte Mall das Mittelfeld der Basler. In der Spitze legte Nishimura per Kopf für Antunes ab. Dieser kommt zum Abschluss, schiesst dann aber drüber! Vor ein paar Wochen wäre dies noch das 2:2 gewesen – heute fehlt das Quäntchen Glück.
Eine Viertelstunde vor Schluss zeigten sich nochmals die "Bebbis" gefährlich. Die Servettiens konnten einen Freistoss nicht aus der Gefahrenzone spedieren. Die Kugel landete bei Kade, der Mall mit einem satten Flachschuss zum 3:1 bezwingen konnte. Zum zweiten Mal wurde der Jubel der Rotblauen im Keim erstickt. Barry raubte Mall bei der Schussabgabe die Sicht. Und weil der Franzose dies in einer Abseitsposition tat, hatte der Unparteiische keine andere Wahl, als auf Freistoss für die Genfer zu entscheiden. Weil die Szene die letzte gefährliche Aktion der Partie war, musste sich der SFC dem angeschlagenen Gegner geschlagen geben.
Der Ausflug nach Basel entpuppt sich als ernüchternde Angelegenheit. Am kommenden Samstag beenden die Grenats die reguläre Saison mit einem Heimspiel gegen die Grasshoppers. Wird der nächste Gegner aufgebaut, oder kann man ein Erfolgserlebnis einfahren? Wir sind gespannt.
FC Basel 1893 – Servette FC 2:1 (2:0)
St. Jakob-Park : 25'655 Zuschauer
Schiedsrichter : Urs Schnyder ; Benjamin Zürcher, Nicolas Müller
VAR : Anojen Kanagasingam ; David Schärli
Tore : 43' Kade (1:0), 45'+1 Barry (2:0), 58' Rouiller (2:1)
Servette FC : Mall ; Tsunemoto, Rouiller, Severin, Mazikou ; Stevanovic, Cognat, Ondoua (64' Baron), Kutesa (74' Bolla) ; Antunes (74' Guillemenot) ; Crivelli (8' Nishimura)
FC Basel 1893 : Hitz ; Vouilloz, Adjetey, van Breemen ; Rüegg, Avdullahu, Xhaka (66' Sigua), Schmid ; Frei (75' Kacuri) ; Kade (84' Beney), Barry
Verwarnungen : 34' Barry
Bemerkungen : Servette ohne Diba, Frick, Ouattara (Verletzt), Behrami, Dias, Kaloga, Lyng, N'Diaye, Onguéné, Rekik, Salihi, Sestito (Nicht im Aufgebot) ; Basel ohne Demir, Jovanovic, Kololli, Veiga (Verletzt), Ajeti, Akahomen, Augustin, Barisic, Camci, de Mol, Essiam, Frokaj, Hunziker, Jordan, Kayombo, López, Onyegbule, Pfeiffer, Xhemalija, Zé (Nicht im Aufgebot), 20' Tor von Rüegg wegen Foulspiels aberkannt, 73' Tor von Kade wegen Abseits aberkannt
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