Es ist vollbracht! Der Servette FC zieht nach 23 Jahren wieder ins Endspiel des Schweizer Cups ein. Auf einer rappelvollen Schützenwiese schlagen die Servettiens spät zu und besiegeln Winterthurs Cup-Aus.
Nebst der tollen Affiche merkte man schon in der Startphase, dass die Partie für beide Seiten eine besondere Bedeutung hatte. Langsam tasteten sich die beiden Mannschaften ab. Di Giusto sorgte mit seinem Abschluss nach fast zwanzig Minuten für ein erstes Raunen im Publikum. Frick hielt ohne jegliche Schwierigkeiten.
Die erste Halbzeit verlief ohne grosse Aufreger. Viel Körperkontakt und wenige Torraumszenen prägten diesen Cup-Halbfinal. Als Servette mit einem Nishimura-Kopfball zu einer ersten, verhaltenen Offensivaktion kam, da waren schon mehr als dreissig Minuten gespielt.
Mit einem gerechten 0:0 ging es in die Pause.
Zum Start des zweiten Durchgangs zeigte sich der FCW etwas besser. Frick unterschätzte eine Flanke und faustete die Kugel direkt zu Ltaief. Der Tunesier hält, aus guter Position, direkt drauf und verzieht deutlich.
Danach flachte die Partie wieder ab. Werbung für den Fussballsport war das Gezeigte definitiv nicht. Daran änderte auch ein Cognat-Versuch aus der zweiten Reihe nichts. Der Schlenzer des Franzosen sauste knapp über die Latte hinweg.
So langsam startete die Schlussphase. Nach einem Eckball, und mehreren missglückten Klärungsversuchen der Gastgeber, versuchte Nishimura den Ball an Keller vorbeizuspitzeln. Die YB-Leihgabe hielt die Eulachstädter im Spiel.
Mittlerweile standen die Zeichen auf Verlängerung, da spielte Stevanovic Rouiller in die Tiefe an. Der Innenverteidiger passte auf den Flügel raus, wo Tsunemoto die Kugel scharf vors Tor zog. Am ersten Pfosten tauchte Cognat auf, hielt den Fuss hin, und verwandelte zum 0:1! Der SFC steht plötzlich mit eineinhalb Beinen im Cup-Final! Einige Zeigerumdrehungen später folgte dann auch das letzte halbe Bein! Es war geschafft!
Der Freudentaumel auf dem Platz löste sich jedoch schnell wieder auf. Vollidioten beider Fanlager kaperten das Spielfeld und provozierten sich gegenseitig. Es flogen Fäuste und Fackeln. Szenen, wie man sie in keinem Fussballstadion dieser Welt sehen will. Eine Schande, welche die Grösse des gestrigen Sieges völlig zunichte macht.
FC Winterthur – Servette FC 0:1 (0:0)
Stadion Schützenwiese : 8'400 Zuschauer
Schiedsrichter : Lukas Fähndrich ; Jonas Erni, Guillaume Maire
VAR : ?
Tore : 88' Cognat (0:1)
Servette FC : Frick ; Tsunemoto, Rouiller, Severin, Mazikou ; Bronn ; Bolla (67' Crivelli), Cognat (90' Ondoua), Stevanovic ; Nishimura, Kutesa (83' Guillemenot)
FC Winterthur : Keller ; Sidler, Arnold, Lekaj, Diaby (83' Burkart) ; Stillhart, Schneider ; Gantenbein, Di Giusto (79' Fofana), Ltaief ; Baroan (59' Turkes)
Verwarnungen : 39' Bronn, 44' Bolla, 66' Mazikou, 69' Tsunemoto, 90' Ltaief
Bemerkungen : Servette ohne Antunes (Gesperrt), N'Diaye (Verletzt), Behrami, Besson, Dias, Kaloga, Lyng, Onguéné, Ouattara, Rekik, Salihi, Sestito (Nicht im Aufgebot) ; Winterthur ohne Buess (Krank), Abaz, Araz, Jankewitz, Schättin, Zuffi (Verletzt), Ahmed, Chiappetta, Rodríguez (Nicht im Aufgebot)
Social Media