Mit einem Tor und einem Assist demonstrierte Dereck Kutesa gestern Nachmittag, welchen Wert er für den Servette FC hat. Im Nachgang an die Partie gegen den FC Basel zieht er einen Schlussstrich unter das Hickhack der letzten Tage.
"Forciert Servette den Abgang seines Schlüsselspielers?", schrieben wir letzten Freitag auf unserer Website (zum Bericht). Pünktlich zum Wochenende liess ein Artikel der Tribune de Genève die Gemüter hochkochen. Die Vereinsführung soll Druck auf seinen Flügelspieler aufsetzen, damit dieser dem Ruf des ägyptischen Geldes folgt und beim Al Ahly SC in Kairo unterschreibt. Mit diesen Vorwürfen sahen sich Präsident Broch und Sportchef Weiler konfrontiert.
Dem Spieler winkte ein Stammplatz bei einem afrikanischen Spitzenteam und eine Teilnahme an der FIFA Klub-WM, welche diesen Juni mit einem Spiel der Ägypter gegen Lionel Messis Inter Miami CF eröffnet wird. Kutesa sagte ab und verzichtete damit auch auf ein Nettosalär, das gemäss NZZ über 5 Millionen Franken betragen haben soll. Durch die Absage des Schweiz-Angolaners entgeht Servette nun eine Ablösesumme von rund 2.5 Millionen Franken. Wie rot sind nun also die Köpfe in der Führungsetage der Grenats?
Laut Kutesa selbst, soll sich die Empörung in Grenzen halten. Gegenüber der Tribune de Genève spielte der Nationalspieler die Situation herunter. Zwar soll es effektiv am Donnerstag zu einem Gespräch zwischen ihm und Hervé Broch gekommen sein. Allerdings soll man ihm darin versichert haben, dass seine Entscheidung keinen Einfluss auf seine Einsatzzeit beim 17-fachen Schweizermeister haben werde. Das bekräftigte auch Thomas Häberli in einem Interview, welches er ebenfalls mit der Tribune de Genève geführt hatte. "Der Tag an dem die Vereinsführung ihm vorschreibt, wer zum Einsatz kommen soll und wer nicht, sei der Tag, an dem er seinen Rücktritt erklären würde", äusserte sich der Trainer zu den Gerüchten. Ebenfalls bekräftigte der 50-jährigem dass es in Sion eine rein sportliche Entscheidung gewesen war, seinen besten Torschützen nicht von Beginn weg auflaufen zu lassen.
Kutesa selbst im Anschluss an das Basel-Spiel jedoch zu, dass er wütend darüber war, dass er sich zu Spielbeginn wieder auf die Bank setzen musste. Schlussendlich soll ihm aber genau dieser Entscheid die nötige Motivation gegeben haben, um so abzuliefern, wie er das tat. "Wir haben uns vor der Saison Ziele gesetzt. Diese möchte ich mit meinen Mitspielern erreichen", schloss Kutesa gegenüber dem genfer Lokalblatt ab. Damit richtet er den Fokus wieder auf das, was kommt - zum Beispiel das Auswärtsspiel gegen die Grasshoppers. Vielleicht dann auch wieder mit ihm in der Startformation.
Foto: R.B.
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