Erster Sieg des Jahres - Basel zieht in Genf den Kürzeren
Ein wichtiger Sieg für das Selbstvertrauen
Spielt er, oder spielt er nicht? Das war die Frage, welche sich die Fans des Servette FC vor dem Spiel stellten. Mit "er" war Dereck Kutesa gemeint. Er, der ein Millionenangebot aus Ägypten ausgeschlagen hat, weil er die Saison lieben in Genf beenden wollte. Die Antwort auf die Frage gab es während dem Warm-Up der Spieler. "Nein", Kutesa durfte nicht von Beginn weg ran. Trainer Häberli entschied sich für dieselbe Mannschaft, welche am Dienstag einen Punkt im Rhône-Derby erringen konnte.
"Zu Spielbeginn zeigte sich Tabellenführer Basel etwas besser. Barisic überwand die genfer Hintermannschaft mit einem langen Ball. Teamkollege Otele gelang mit seinem Kopfballversuch der erste Torabschluss der Partie – wenngleich er Mall damit nicht nervös machen konnte. Gut zehn Minuten später dürfte aber auch dem Servette-Keeper der Atem gestockt haben. Denn dann stürmte Traoré völlig allein auf das genfer Tor zu. Uneigennützig legte dieser vor Mall zum mitgelaufenen Otele rüber. Dieser schiebt wiederum seelenruhig ins leere Tor ein. Aber halt! Der Treffer zählt nicht. Der Linienrichter erkannte, dass Traoré aus einer Abseitsposition startete. Schiedsrichter Wolfensberger gab das Tor zurecht nicht. Das Spiel war nicht unbedingt einseitig. Gefährlich wurde es aber nur dann, wenn die Gäste in Ballbesitz waren. Mall rettete gegen Kade und verursachte einen Corner. Diesen trat Shaqiri zur Mitte. Barisic bugsierte die Kugel irgendwie zu Kade, der sich nun abgezockter zeigt und zum 0:1 einnetzt. Doch auch hier blieb den "Bebbis" der Jubel im Hals stecken. Denn der VAR meldete sich beim Unparteiischen. Die TV-Bilder zeigten, dass die Vorlage von Barisic nicht "irgendwie", sondern mit dem Arm erfolgte. Auch hier lag Wolfensberger richtig, als er den Treffer aberkannte. Die Anzeigetafel wurde wieder auf 0:0 gestellt. Dabei blieb es bis zur Pause.
Wie schon im Wallis zückte Häberli zum Start der zweiten Hälfte seinen Joker. Unter grossem Applaus wechselte er Dereck Kutesa ein. Dieser zeigte sogleich, was er draufhat. Nach einem Zuspiel von Mazikou hat der 27-jährige viel Platz. Von links zirkelte er die Kugel zur Mitte, wo Antunes mit dem Scheitel ablenkt. Der Ball plumpst ins Tor! 1:0 für die Grenats! Und die haben nun Blut geleckt. In der 61. Minute kommt Stevanovic tief in der eigenen Platzhälfte in Ballbesitz. Der Bosnier macht das Spiel schnell. Mit einem Pass in den Lauf von Kutesa wechselt Stevanovic die Seite. Kutesa, wie von einer Biene gestochen, zündet den Turbo. Zielstrebig marschiert er in Richtung Strafraum. Bewacher Barisic hat das Nachsehen. Kutesa schiebt den Ball an FCB-Keeper Salvi vorbei und markiert das 2:0! Jetzt brodelte es auf der Tribune Nord. Was für eine Ansage des Eigengewächses!
Die Gäste vom Rheinknie waren nicht mehr so auffällig, wie im ersten Durchgang. Nach 73 Minuten konnten sie sich aus dem Würgegriff der Hausherren lösen. Der eingewechselte Leroy leitete mit dem Kopf zu Otele weiter. Der behauptet sich gegen Adams und trifft ins lange Eck – 2:1. Das Gegentor ist Gift für das Selbstvertrauen der Servettiens. Denn nun begann das Zittern. Mit einem Konter versuchten sie den Deckel drauf zu machen. Cognat legte an der Strafraumgrenze für Kutesa ab. Dieser krönte seine Leistung beinahe mit dem zweiten Tor. Hier haderte der Nationalspieler aber mit der Schussgenauigkeit. Der Abschluss sauste am Gehäuse vorbei. Weil, auf der anderen Seite, Fink kurz vor Schluss aber auch verfehlte, hatte die liegengelassene Chance keine weitere Bedeutung. Servette schlägt den FC Basel im Stade de Genève und feiert seinen ersten Pflichtspielsieg im laufenden Kalenderjahr.
Ein Erfolg der kurz Aufatmen lässt. Denn mit dem Sieg gegen "Rotblau" und Luganos Ausrutscher gegen GC, bleibt die Häberli-Elf an der Spitze dran. Mit einem Auswärtssieg am kommenden Sonntag will man den Aufwärtstrend bestätigen. Wendet sich nun das Blatt zu Gunsten der Servettiens?
Servette FC – FC Basel 1893 2:1 (0:0)
Stade de Genève : 10'021 Zuschauer
Schiedsrichter : Sven Wolfensberger ; Pascal Hirzel, Claudio dos Santos
VAR : Mirel Turkes ; Tobias Thies
Tore : 50' Antunes (1:0), 61' Kutesa (2:0), 73' Otele (2:1)
Servette FC : Mall ; Tsunemoto, Adams, Rouiller, Mazikou ; Stevanovic, Cognat, Nonge (69' Magnin), Beniangba (46' Kutesa) ; Crivelli (69' Guillemenot), Antunes (85' Ondoua)
FC Basel 1893 : Salvi ; Rüegg (58' Carlos), Barisic (85' Fink), Adjetey, Schmid ; Kade, Avdullahu, Metinho (58' Leroy), Traoré (58' van Breemen) ; Shaqiri, Otele (79' Sigua)
Verwarnungen : 27' Tsunemoto, 46' Cognat, 61' Kutesa, 79' Schmid
Bemerkungen : Servette ohne Douline, Frick, Severin, von Moos (Verletzt), Aubert, Diallo, Dias, Fankhauser, Salihi, Varela (Nicht im Aufgebot) ; Basel ohne Ajeti, Mendes (Gesperrt), Hitz, Soticek (Verletzt), Xhaka, Zé (Nicht im Aufgebot), 25' Abseitstor von Otele, 36' Tor von Kade wegen Handspiels aberkannt