Am Samstag kommt es zum heissten Tanz im Stade de la Tuilière. Das heimstarke Lausanne empfängt den Rivalen aus Genf.
Es erklärt sich von selbst, dass beide Fanlager einen Sieg ihrer Farben erwarten. Umso seriöser sollte sich die Spielvorbereitung gestalten. Für Servette-Trainer Thomas Häberli gilt es mehrere Fragen zu klären.
Wer hütet das Tor?
Seit der Winterpause steht Joël Mall zwischen den Pfosten des SFC. Der zypriotische Nationaltorhüter machte eine tadellosen Job und konnte oftmals nur vom Elfmeterpunkt bezwungen werden. Nun ist allerdings Jérémy Frick von seiner Verletzungspause zurück. Der 31-jährige wurde zu Saisonbeginn bewusst von Häberli zur Nummer 1 gemacht. Im letzten Herbst gab Frick seinem Coach auch keinen Grund, den Entscheid zu überdenken. Die Kapitänsrolle unterstreicht den Stellenwert, den das Eigengewächs innerhalb der Mannschaft geniesst.
Wahrscheinlich dürfte Häberli am Samstag dennoch nicht auf Frick zurückgreifen. Es darf vermutet werden, dass es erst nach der Länderspielpause im März zu einer Rochade auf der Goalieposition kommt.
Wer verteidigt an der Seite von Steve Rouiller?
Im Abwehrzentrum ist Steve Rouiller als Patron gesetzt. An seiner Seite klaffte zuletzt jedoch eine Lücke, nachdem sich Yoan Sevein in Yverdon verletzt hatte. Kasim Adams durfte diese Lücke seither ausfüllen. In dieser Zeit hatte der Ghanaer nicht nur gute Momente. Severin wurde öfters schmerzlich verletzt. Obschon Adams am letzten Sonntag gegen Winterthur überzeugte, wird er Severin kurzfristig nicht verdrängen können.
Weil Severin wieder einsatzfähig ist, müsste man von einem Startelfeinsatz in Lausanne ausgehen können. Ganz klar ist dies jedoch nicht. Der Kunstrasen im Stadion des Rivalen könnte eine Gefahr für den nicht komplett auskurierten Körper des Franzosen darstellen. Geht Häberli dieses Risiko ein?
Wie setzt sich das zentrale Mittelfeld zusammen?
Timothé Cognat und Joseph Nonge scheint, je nach Spielsystem, die logische Antwort auf die Frage zu sein. Zuletzt kamen aber auch Anthony Baron und Théo Magnin zu Spielzeit im Mittelfeldzentrum. Gaël Ondoua, der noch gegen die Grasshoppers startete, konnte seine Chance im Letzigrund nicht packen. Für das Spiel gegen Winterthur wurde der Kameruner nicht aufgeboten. Die Absenz wurde damit begründet, dass Ondoua nicht hundertprozentig fit gewesen sei. Ein ganz gewöhnlicher Krankheitsfall, oder steckt da noch mehr dahinter? Der "General" ist bei Ex-Klub Hannover 96 auch schon negativ aufgefallen, als er zu wenig Einsatzminuten erhielt.
Ist Dereck Kutesa wieder fit?
Gegen GC musste der linke Flügelläufer mit Knieproblemen vom Platz. Danach legte ihn eine heftige Grippe flach. Kutesa musste für das Spiel gegen Winterthur forfait geben. Wie fit wird der Nationalspieler am Samstag sein? Reicht es zumindest für einen Teileinsatz? Hinter der Nummer 17 stehen mit Tiemoko Ouattara und Keyan Varela zwei hungrige Junge bereit. Im Spiel gegen das Tabellenschlusslicht aus der Eulachtsadt machen beide beste Werbung in eigener Sache.
Wer stürmt von Beginn an?
Enzo Crivelli sass gegen den FC Winterthur eine Gelb-Sperre ab. Häberli schenkte Jérémy Guillemenot das Vertrauen. Für den einstigen Barça-Junioren endete die Partie im Fiasko. Wesentlich positiver dürfte Alioune Ndoye an den letzten Sonntag zurückdenken. Der Neuzugang erzielte seine ersten beiden Tore und empfahl sich für weitere Einsätze. Aufgrund seiner Körpergrösse wäre der Senegalese eine interessante Personalie im Angriffsspiel der Grenats. Denn schon gegen Winti markierte er ein Tor mit dem Kopf. Mit Victory Beniangba überzeugte auch ein anderer Stürmer am letzten Wochenende. Dies, nachdem er in seinen ersten Einsätzen auf einer, nicht angestammten Position, im linken Mittelfeld eingesetzt wurde. Auch Alexis Antunes steht dem Trainer in der Offensive zur Verfügung.
Hier ist die Situation völlig offen. Denn auch beim Spielsystem zeigte sich Häberli in den letzten Wochen abwechslungsliebend. Es darf bis kurz vor Anpfiff darüber spekuliert werden, wer in Lausanne zum Handkuss kommt.
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